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Strukturenaufbau: Wie gestalte ich meine eigene Tafel Jugend Gruppe?

Mittwoch, 25. November 2020

Was kann sich ein Team von der Struktur einer Schneeflocke abschauen? Was erreichen gute Führungskräfte? Wie groß ist das ideale Team? Darüber sprachen wir mit Tafel-Aktiven beim Online Seminar zum Strukturenaufbau am 21. November 2020.

Wie wichtig junge Menschen für die Tafeln sind, zeigt die Corona-Pandemie. „Bei der Tafel Göttingen sind viele junge Leute, die sich bereits vor der Krise engagiert haben und die nicht erst eingearbeitet werden mussten, sodass wir durchgängig geöffnet bleiben konnten,“ erklärte Lukas Ninow von der Jungen Tafel Göttingen beim Online-Seminar der Tafel Jugend. Es lohnt sich also, nachhaltige Strukturen aufzubauen und motivierte Menschen an die Tafel zu binden. Aber wie genau organisiert man eine Jugendgruppe, damit das klappt?

14 Teilnehmer:innen aus ganz Deutschland stellten sich dieselbe Frage und schalteten sich am 21. November 2020 per Zoom zum Seminar dazu. Darunter waren junge Aktive, die ganz neu bei der Tafel sind, aber auch solche mit mehrjähriger Erfahrung. Zudem konnten wir einige ältere Tafel-Mitarbeitende begrüßen, die eine eigene Jugendgruppe aufbauen möchten und sich Input holen wollten.

Den gab zunächst Felice Maltzahn, Projektmanagerin und ausgebildet im Community Organizing. Sie machte deutlich, dass schlechte Strukturen und eine schlechte Führung ein Projekt schnell zum Scheitern bringen: „Gute Führungskräfte befähigen Menschen, ihr eigenes Potential zu entfalten und sich einzubringen, statt ihnen die eigenen Vorstellungen aufzuzwingen.“

Kleine Gruppen, klare Rollen: So strukturierst du dein Team effektiv

Wichtig sei eine klare Team-Struktur, so die Community Organizerin: „Alle sollen genau wissen, was sie tun, die Rollen müssen klar definiert sein – nur so lässt sich effektiv zusammenarbeiten.“ Für Organisationen empfiehlt sie das Snowflake-Modell, das schon Barack Obamas Kampagne 2008 zum Erfolg verhalf. Dabei sind alle Mitarbeitende in kleine Teams mit verschiedenen Verantwortungsbereichen aufgeteilt. Niemand nimmt Befehle entgegen, stattdessen tauschen sich die Mitglieder untereinander aus und besprechen gemeinsam Ideen, sodass jede:r etwas beitragen kann. Die Team-Leads sind vernetzt und tauschen sich regelmäßig aus, damit die Teams nicht aneinander vorbeiarbeiten. So entsteht eine belastbare Organisationsstruktur, die sowohl im Gesamten als auch in den einzelnen Teams funktioniert.

  • Team-Struktur: Snowflake-Modell
  • Screenshot Zoom-Meeting des Online-Seminars

Die einzelnen Teams sollten jeweils nicht mehr als acht Mitglieder haben. „Es ist wichtig, dass alle miteinander verbunden sind. Die Beziehungen untereinander halten das Team zusammen, jede:r muss mindestens alle Leute im eigenen Team kennen und wissen, was die anderen machen“, empfiehlt Felice Maltzahn. „Wenn dann noch alle voll dabei sind und das gleiche Level an Commitment haben, kann das Team zuverlässig arbeiten und sich aufeinander verlassen.“

Grundlage für die Gründung eines Teams ist immer die eigene Motivation: Welches Thema liegt mir am Herzen und wie erzähle ich meine Geschichte, um andere zu erreichen und zu motivieren? Mehr dazu lernten die jungen Aktiven bereits im Tafel Jugend Seminar „Mission/Vision“, sodass sie jetzt ihre Vision klar formulieren konnten. „Ich möchte die Tafel mehr in Gesellschaft holen und Jüngere einbeziehen, damit man in der Öffentlichkeit mehr sieht als nur die heile Welt“, sagte eine Teilnehmerin, während ein anderer Teilnehmer mit Nachdruck und glänzenden Augen erklärte: „Wenn ich anderen Menschen helfe, helfe ich mir selbst.“

"In einem guten Team hat jedes Mitglied die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Wer immer nur das macht, was er oder sie schon kann, langweilt sich nach einer Weile und verliert die Motivation."
Felice Maltzahn

Blick in die Praxis: So organisiert sich die Junge Tafel Göttingen

Seit mehreren Jahren fördert die Tafel Göttingen gezielt junges Engagement: In der Jungen Tafel Göttingen organisieren sich Menschen bis 35 Jahre, übernehmen Verantwortung und unterstützen die Tafel mit ihrem Engagement. Lukas Ninow stellte die Arbeitsweise und Struktur der Jungen Tafel Göttingen im Seminar vor und gab den anderen Teilnehmer:innen spannende Anregungen. Dabei waren einige Parallelen zu den Empfehlungen von Felice Maltzahn zu erkennen.

„Wir sind aufgeteilt in kleine Arbeitsgruppen, jede Gruppe ist für einen Aufgabenbereich wie Social Media oder politische Arbeit zuständig“, so Lukas. Um sich auszutauschen, führt die Junge Tafel ein regelmäßiges Plenum zu festen Terminen durch, an denen sich alle Mitglieder beteiligen können: „Wir erstellen eine Tagesordnung, auf die alle vorher Zugriff haben, um sich Gedanken zu den Themen zu machen und eigene Punkte einzubringen. Da nicht alle Mitglieder an jedem Termin teilnehmen können, erstellen wir ein Protokoll.“

Besonders spannend: Einmal pro Jahr führt die Jungen Tafel Göttingen eine zusätzliche Struktursitzung durch. „Dabei evaluieren wir unsere Strukturen, sodass sie sich nicht verfestigen und wir sie an unsere aktuelle Situation anpassen können“, sagte Lukas. „Dadurch bleibt das Team dynamisch und wir können immer wieder neue inhaltliche Schwerpunkte für unsere zukünftige Arbeit setzen.“

BFD-Sprecher zu Gast

Viele junge Menschen kommen durch den Bundesfreiwilligendienst (BFD) erstmals mit der Tafel-Arbeit in Berührung. Als besonderen Gast haben wir deshalb den 18-jährigen Mikail Turan zum Online-Seminar eingeladen. Er absolviert gerade seinen BFD bei der Dortmunder Tafel und wurde vor kurzem zum Bundessprecher im BFD gewählt. Zusammen mit den anderen sechs gewählten Sprecher:innen plant er aktuell seine Amtszeit. Mikail will sich u.a. dafür einsetzen, dass Bundesfreiwillige eine höhere Vergütung und flexiblere Arbeitszeiten erhalten und den öffentlichen Nahverkehr kostenlos nutzen können. Zudem fordert er mehr Werbung und Aufklärung über den BFD: „Ich möchte etwas verändern und den BFD für alle attraktiver machen, sodass auch die Tafeln mehr Bundesfreiwillige gewinnen.“

Voneinander lernen, miteinander vernetzen

Zum Abschluss gab es motivierende Worte von Vera Willmann, Koordinatorin der Tafel Jugend und Organisatorin des Online Seminars: „Es ist Zeit anzupacken und Gas zu geben und aus der aktuellen Situation das Beste rauszuholen. Eine lokale und regionale Vernetzung wir in Göttingen ist wichtig für die Tafeln. Vernetzt euch, tauscht euch aus und helft euch gegenseitig, damit nicht jede neue Tafel Jugend Gruppe bei null anfangen muss.“ Wir als Tafel Jugend unterstützen euch gerne dabei und freuen uns über einen weiteren Austausch, der so angeregt ist wie bei diesem Seminar!


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